Projekt
Fakultät 2 - Kultur- und Naturwissenschaften - Institut für Kulturmanagement

Die Unterscheidung zwischen Musik und Arbeit - Musiker auf dem Arbeitsmarkt (Dissertation)
Status:abgeschlossen
Kurzinhalt:Den Kulturberufen wird seit wenigen Jahren eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt, nicht zuletzt auf Grund ihres anhaltenden Wachstums. Erkennbar herrscht ein starker Bedarf nach berufsbezogenem Wissen und möglichen Prognosen. Dabei wird schnell klar, dass Berufe nicht nur in andauernden, besonders komplexen temporalen und sachlichen Verhältnissen stehen, sondern auch hinsichtlich ihrer Wissensbildung mit der eigenen Selbstreferenz stark zu kämpfen haben. In dieser Arbeit wird der Versuch unternommen, auf einer breiten Basis zu neuen, relevanten Aussagen über die vergangene, gegenwärtige und zukünftige Situation der Musiker auf dem Arbeitsmarkt zu kommen, und Anschlußfähigkeit in vielfältiger Hinsicht zu ermöglichen. Dabei wird ein systemtheoretischer Ansatz gewählt, um auf interdisziplinärem Wege die enorme Komplexität bewältigen zu können, um traditionell auseinander liegende Konzepte (hier Arbeit, Beruf; dort Musik, Spiel, Kunst) verknüpfen zu können, und um Distanz bei einer Thematik zu er­zwingen, deren Kommunikation gewöhnlich nicht von Distanz gekennzeichnet ist. Als Konsequenz der Theoriewahl ergeben sich Möglichkeiten zu historischen Neubewertungen sowie deutlich stärkere Vergleichsmöglichkeiten mit anderen gesellschaftlichen Feldern.

Musik wird zunächst als ein ,,Heider-Medium" beschrieben, welches unerschöpfliche Möglichkeiten bereit hält und sich - dem Medium Sprache nah verwandt, zeitlich vorgelagert - tief eingeprägt hat, evolutionär höchst unwahrscheinliche Erfolge errungen hat. Im Unterschied hierzu betont die These von Musik als einem sozialen System, das sich seit einigen Jahrhunderten ausdifferenziert hat, Formen der sozialen Wissensbildung. Dessen Beschreibung orientiert sich in dieser Arbeit vor allem am gestellten Thema, an der spezifischen Entwicklung von Musikprofessionen, von Musikorganisationen sowie an den speziellen - im Kontext von Beobachtungs- und Beschreibungsproblemen stehenden - Kommunikationen über Musik im Verlauf der Musikgeschichte. Besonders markante Zeitstellen liegen dabei in den Übergängen von den Spielleuten zu den Berufsmusikern, in der allgemeinen Inklusion der Musikberufe in den Arbeitsmarkt gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als auch in den politischen, technischen und musikstilistischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts. Die Arbeit mündet in eine Neukategorisierung der Musikberufe nach ausgewählten Kriterien. Dabei findet das reichlich vorhandene Datenmaterial Verwendung, das aus einer Beobachterperspektive zweiter Ordnung eine distanzierte Interpretation erhält.
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Projektdauer:03.10.2005 bis 01.10.2010
Mitarbeitende:
  • Sebastian Fischer (Leitung)



  • Verweis auf Webseiten:
    keine
    Angehängte Dateien:
    keine
    Erfasst von Sebastian Fischer am 14.03.2010    
    Projekt-ID:280