Dissertation
Fakultät 2 - Kultur- und Naturwissenschaften - Institut für Kulturmanagement

„Migranten als Publikum von Kulturinstitutionen. Eine exemplarische Betrachtung des Kulturnutzungsverhaltens des Intellektuell-kosmopolitischen Migranten-Milieus von Sinus“ (Kurztitel: "Audience Development in der Migrationsgesellschaft“)
Status:abgeschlossen
Kurzinhalt:Kurzzusammenfassung:
Kulturinstitutionen werden nur überleben, wenn ihre Angebote nachgefragt werden. Wenn entsprechende Bemühungen hinsichtlich einer gezielten, dauerhaften und nachhaltige Zuschauerentwicklung stattfinden (engl. Audience Development), beziehen sie sich jedoch bislang primär auf die kleine, seit etwa 10 Jahren schrumpfende Gruppe derjenigen, die bereits häufig Kulturangebote nutzt. Zukünftig muss verstärkt versucht werden, diejenigen Teilhabechancen für kulturelle Angebote zu eröffnen, die diese bislang nicht oder kaum nutzen. Eine Bevölkerungsgruppe, die in diesem Kontext seit geraumer Zeit immer wieder in der öffentlichen Diskussion auftaucht, ist die der „Menschen mit Migrationshintergrund“. Für Kulturinstitutionen stellt sich die Frage, inwieweit und vor allem wie sie diese heterogene Gruppe als potentielle/s Publikum/Nutzer gewinnen können. Aber: Systematische Untersuchungen über die Rezeption des deutschen Kulturangebotes durch Menschen mit Migrationshintergrund gabt es bislang nur wenige.

Hauptforschungsfragen:
- Welche Kulturangebote werden von Menschen mit Migrationshintergrund tatsächlich genutzt?
- Inwieweit können die Faktoren „Milieuzugehörigkeit“ und/oder „Herkunftskultur“ ihr Kulturnutzungsverhalten erklären?
- Wie können Kulturinstitutionen sie stärker als bislang für ihre Angebote begeistern?

Um diese Forschungslücke zu schließen wurden Angehörige eines SINUS-Milieus identifiziert, das Kulturangebote besonders häufig nutzt. Diese wurden exemplarisch nach ihrer Wahrnehmung des Themenfelds, ihrem individuellen Kulturnutzungsverhalten (beispielsweise Interesse vs. Nutzung, Erwartungen, Informationswege, Medien- und Onlinenutzungsverhalten, Ticketing-Wünsche) und Hinweisen auf Nutzungsbarrieren aus Sicht anderer Migrantenmilieus befragt. Die Erhebung fand in Berlin, Frankfurt am Main und in Stuttgart statt. Laut der wenigen bisherigen Forschungserkenntnisse in dieser Richtung ließen dabei zwei in allen diesen Städten große Migrantengruppen deutliche Unterschiede in ihrem Kulturnutzungsverhalten erwarten: Migranten aus der Türkei und aus Ländern der ehemalige Sowjetunion. Die insgesamt 54 Befragten stammten zu Vergleichszwecken entsprechend jeweils hälftig aus diesen zwei Herkunftsregionen.

These der Arbeit:
Ob Kulturangebote genutzt werden, hängt von der Zugehörigkeit in verschiedene soziale Milieus ab. Welche Kulturangebote im Speziellen von einzelnen Migranten (oder ihre Nachkommen) innerhalb eines Milieus tatsächlich genutzt werden (bspw. Sparten, deutsche oder Anbieter aus der Herkunftskultur) und wie eine erfolgreiche Ansprache ausgestaltet werden müsste, hängt jedoch auch von deren Herkunftskultur und den daraus resultierenden Anknüpfungspunkten an deren Lebenswelt ab.

Ziel der Arbeit:
Das Ziel dieser Dissertation am Institut für Kulturmanagement liegt darin, diese Forschungslücke in einer heuristischen Studie für ein bestimmtes Migrantenmilieu zu schließen und gleichzeitig ein Modell dafür zu entwickeln, wie weitere Arbeiten fortfahren könnten, ergänzende Kenntnisse über andere Milieus zu gewinnen.

Diese Entstehung dieser Dissertation wurde mit einem Promotionsstipendium nach dem Landesgraduiertenförderungsgesetz (LGFG), Baden-Württemberg unterstützt.

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Qualifikationsarbeiten im Projekt:Allmanritter, Vera (2017a): Audience Development in der Migrationsgesellschaft. Neue Strategien für Kulturinstitutionen. transcript: Bielefeld.

Allmanritter, Vera (2017b): Methodische Anlage und empirisches Vorgehen der Studie: Eine Erhebung von Sinus-Migranten-Milieus mittels qualitativer Sozialforschung.
https://www.transcript-verlag.de/shopMedia/service_media/books/ts3788_w01.pdf
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Projektdauer:17.07.2012 bis 21.06.2016
Mitarbeitende:


Vorträge:
Menschen mit Migrationshintergrund als Kulturpublikum. Vortrag im Rahmen der Fachtagung „Kultur im Umbruch. Transformation von Systemen, Institutionen und Formaten“ des Fachverands Kulturmanagement, Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar (Deutschland) vom 19.-21. Januar 2017.
Publikationen:
Audience development in the migratory society. Insights for cultural institutions based on current research. In: Zeitschrift für Kulturmanagement Kunst, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Jg. 4/2018/1.
Verweise auf Webseiten:
Projekthomepage
Keine
Angehängte Dateien:
Ausführliche Methodenbeschrebung zur empirischen Vorgehensweise bei der Identifikation Angehöriger eines einzelnen Sinus Milieus für die qualitative Befragung.
Erfasst von Dr. Vera Allmanritter am 06.04.2018
Zuletzt geändert von Dr. Vera Allmanritter am 06.04.2018
    
Projekt-ID:452