Vorstellungen von Kindern im Grundschulalter zur Gestaltung urbaner Lebensräume im Kontext nachhaltiger Entwicklung
Projektdauer:
01.09.23 bis 31.08.26
Kurzinhalt:
Eine der bedeutendsten Herausforderungen des Anthropozäns besteht darin, sowohl die Wirtschaft als auch die globale Gesellschaft so zu transformieren, dass innerhalb der sicheren und gerechten Erdsystemgrenzen ein gutes Leben für die gegenwärtigen und zukünftigen Generationen möglich ist. Angesichts dieser und aufgrund der Vision einer nachhaltigen Entwicklung fordern die Vereinten Nationen mit der Agenda 2030 zu einem gemeinsamen, transformativen Handeln auf (Gier et al., 2021). Der ernüchternde Halbzeitbericht des UN-Generalsekretärs zu den Sustainable Development Goals (SDGs) zeigt jedoch, wie weit die Weltgemeinschaft derzeit „davon entfernt [ist], ihre selbst gesteckten Ziele […] zu erreichen“ (BMZ, 2024b).Infolgedessen hat die ausgerufene Aktionsdekade der Vereinten Nationen „Decade of Action and Delivery for Sustainable Development“ (United Nations Sustainable Development, 2020) eine besondere Bedeutsamkeit. Das geforderte und notwendige Handeln, das die gemeinsame Gestaltung der Zukunft beabsichtigt, gründet auf Vorstellungen, wie diese Veränderungen aussehen könnten (Unterbruner, 2011). Solange die Akteurinnen und Akteure nachhaltiger Entwicklung sich diesen jedoch nicht bewusst sind, kann und wird dieses Handeln nicht erfolgen. Kindern kommt hierbei eine bedeutende Rolle als Pionieren des Wandels zu (Hauenschild, 2023), denn der Transformationsprozess nachhaltiger Entwicklung betrifft ihre Lebensgrundlage und Zukunft (Deutsches Komitee für UNICEF, 2024). Sie sind die zukünftigen Akteurinnen und Akteure nachhaltiger Entwicklung, deren Vorstellungen für das Gestalten ihrer Lebenswelt bedeutsam sind. Da aktuell die Mehrheit der Weltbevölkerung sowie der Bevölkerung Deutschlands in Städten lebt und sich dieser Trend weiter fortsetzen wird (Turulski, 2023; Zech, 2018), spielen urbane Lebensräume bei der Umsetzung der Agenda 2030 im Hinblick auf eine nachhaltige Stadtentwicklung eine zentrale Rolle (BMZ, 2024c). Aufgrund dieser gegenwärtigen als auch zukünftigen Bedeutsamkeit der Städte, die die Lebenswelt der Kinder sind, wurde das Framing urbaner Lebensräume für die Erhebung der Gestaltungsvorstellungen von Kindern im Kontext nachhaltiger Entwicklung bestimmt. Da Studien zu Kindervorstellungen in diesem Bereich jedoch ein Forschungsdesiderat darstellen (Hauenschild, 2023), möchte ich mit meinem Forschungsvorhaben einen Beitrag zu diesem Wissenschaftsbereich leisten.
Um Einblicke in die Welt- und Selbstverhältnisse der Kinder zu erlangen (Kekeritz & Kubandt, 2022), wurde zum einen die qualitative Forschungsmethode der Kinderzeichnung ausgewählt. Des Weiteren dient ein leitfadengestütztes Interview der kommunikativen Validierung und thematischen Vertiefung der Gestaltungsvorstellungen. Neben den Begründungen ihrer Vorstellungen sollen die Kinder auch nach möglichen Herausforderungen bei der Gestaltung urbaner Lebensräume gefragt werden. Die kognitive Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Potenzialen der Gegenwart sowie der Mehrperspektivität und damit verbundenen Divergenz des Nachhaltigkeitsdiskurses kennzeichnet das Konzept einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) (Künzli David et al., 2009). Diese „stellt Fragen nach den wirtschaftlichen, politischen und sozialen Möglichkeiten sowie der ökologischen Dimension des Lebens und markiert so eine wichtige Innovationsaufgabe“ (Wulfmeyer, 2023, S. 22) und Querschnittsaufgabe der Schulen (Buddeberg, 2016).
Projektbeteiligte:
In Zusammenarbeit mit:
Naturpark Südschwarzwald
Verweis auf Webseiten:
Keine
Angehängte Dateien:
keine
Dissertation
akt. laufend
Projekt-ID:532 Fakultät 2 - Kultur- und Naturwissenschaften • Institut für Naturwissenschaften und TechnikErfasst von Svenja, Hansen am 26.08.24 Zuletzt geändert von Svenja, Hansen am 26.08.24