Projekt
Fakultät 1 - Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften - Institut für Sozialwissenschaften

Migration - Identität - Musik
Status:abgeschlossen
Kurzinhalt:In der migrationssoziologischen wie pädagogischen Integrationsdebatte hat es einen Paradigmenwechsel gegeben, der den Blick weglenkt von den Defiziten, die Migrationshintergrund verursacht, hin zu den potenziellen Ressourcen, die Migrationshintergrund eröffnet. Aus dieser Perspektive stellt sich die Frage, ob nicht gerade die hybriden sowie die auf die Herkunftskultur bezogenen sozialen und kulturellen Orientierungen einen eigenständigen Integrationsvorteil bieten.
Das Forschungsprojekt Migration - Identität - Musik geht davon aus, dass sich "Migrationshintergrund" in verschiedene soziokulturelle Selbstverortungsmuster (herkunftsorientiert, ,,deutsch", hybrid, "third culture") ausdifferenziert und in verschiedenen migrationsbezogenen Selbstbildern niederschlägt - sei es in der Selbstzuschreibung migrationsbedingter Belastungen und Benachteiligungen oder Ressourcen und Chancen. Aus migrations- sowie aus musik- und mediensoziologischer Perspektive ergeben sich Fragen nach den Zusammenhängen zwischen Selbstverortungsmustern und Selbstbildern, sowie nach deren Abhängigkeit von Bildungs- und Ausbildungsniveaus. Auch stellt sich die Frage, welche Rolle herkunftsbezogene Musik und Medien bei der soziokulturellen Selbstverortung und dem Aufbau eines migrationsbezogenen Selbstbilds spielen und welche Zusammenhänge mit Integrationsprozessen sich daraus ergeben. Hiermit befasste sich die erste von zwei bislang durchgeführten Teilstudien, die beide mit dem Fragebogen-Autorensystem MultiMedia FrAuMuMe anhand teils offener, teils standardisierter audiovisueller Fragebögen durchgeführt wurden.
Bei der ersten Studie (N=282 Studierende, davon N=62 mit Migrationshintergrund) stand v.a. die Untersuchung des migrationsbedingten Selbst- und Fremdbilds im Zentrum, d.h. die Zuschreibung von migrationsbedingten Belastungen und Benachteiligungen wie z.B. Bildungsbenachteiligung, Segregation, Zerrissenheit, Druck sowie von migrationsbedingten Ressourcen und Chancen wie z.B. Sprach- und Kulturkenntnissen, Toleranz, Empathie an sich selbst bzw. an "die meisten Menschen mit Migrationshintergrund". Die zweite Studie (N=136 Studierende, davon N=45 mit Migrationshintergrund) befasste sich vor dem Hintergrund der in Teilstudie 1 gewonnenen Erkenntnisse mit der Wahrnehmung und Bewertung von verschiedenen im Rahmen der Multimedia-Befragung eingespielten Musikstücken, die Migrationshintergrund/ Integration textlich sowie musikalisch thematisieren. Im Zentrum steht die Abhängigkeit der ästhetischen und sozialen Zuschreibungen an diese Musik von den soziokulturellen Selbstpositionierungen und dem Integrationsverständnis der Befragten.
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Projektdauer:01.02.2008 bis 30.06.2013
Mitarbeitende:
  • Prof. Dr. Renate Müller, Musiksoziologische Forschungsstelle (Leitung)


    Dr. Stefanie Rhein, Alexander Borst, M.A., Friedemann Lenz, M.A. (Universtät Bremen), Studierende aus den Lehrveranstaltungen ,,Studierende forschen mit dem MultimediaComputer", WS 08/09 bis SoSe 10, sowie ,,Identität und Migration", WS 09/10

  • Verweis auf Webseiten:
    keine
    Angehängte Dateien:
    keine
    Erfasst von Dr. Stefanie Rhein am 20.09.2010    
    Projekt-ID:302